Hadouken! degradieren die Klaxons zu alterssteifen Raveopas. Benannt nach einer Spezialbewegung aus dem Computerspiel "Street Fighter" klatscht das Quintett aus Leeds Hardcoretechno und New-Metal-Rockismen zusammen. Damit leisten sie zwar keine Pionierarbeit, doch die Kompromisslosigkeit schockiert, mit der sie unterschiedlichste Genres clubtauglich verwursten: überdrehter Grime, Elektroclash, 80er-Pop und immer wieder tanzbare Linkin-Park-Referenzen. Hadouken! grooven, rocken und grölen, ihr Sound drückt und die Produktion ist fett. Immerhin gibt es bei all dem Durcheinander einen roten Faden: Gameboysamples und Videospielmelodien. Jenseits des Clubs und ohne die richtigen Drogen drohen aber Nebenwirkungen - von Schweißausbrüchen über erhöhten Puls bis zu epileptischen Anfällen. Egal: New-Rave-Kids werden einen Sommer lang voll drauf abgehen. Schnell, laut und extrem tanzbar. Scheppernde Nintendo Musik, fette Syntheziser, Technoschnipsel, mit Reminizensen an Gruppen wie Adam and the Ants, Chemical Brothers und The Prodigy. Immer an der Schnittstelle von Dancefloor und Underground. Wer diese CD demnächst in Deutschland kauft, erhält was für sein Geld: Eine CD ohne jedes Füllmaterial. Nur Hits. Eine hochkarätigere Debüt-Scheibe hat in den letzten Jahren keine Gruppe aus Großbritannien vorgelegt. Ein steiler Aufstieg aus den Tiefen der Remix-Welt, wobei in diesem Fall Mike Skinner von The Streets Geburtshelfer im Radio spielte! Vielleicht wird das durch Englands Musikpresse geisternde Phänomen Grindy (Indie & Grime) ja nun auch bei uns so etwas wie ein Trend. Ihr zweites Album 'For the Masses' gibt es ab 26. Februar bei Amazon. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack mit dem Stage Video zu Rebirth!
Text und gefunden bei Amazon